Moskau plant mal wieder Skype zu sperren

Moskau plant mal wieder Skype zu sperren

Translated by: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

Telefongesellschaften und Staatsbeamte haben schon früher vorgeschlagen, Skype zu drosseln, doch das dann nicht zu Ende geführt – Foto: Maxim Stulov/Wedomosti

Russische Abgeordnete haben einen Plan wiederbelebt, Skype und ähnliche Dienste zu sperren, da sie angeblich Terrorismus und illegale Drogenmafia fördern.

Es wurde ein Gesetz in die Duma [Parlament] eingebracht, das vorschlägt, die sogenannten Over-the-Top-Dienste (OTT) zu drosseln, die Telefongespräche über das Internet ermöglichen. Die Telefonbetreiber identifizieren diese Dienste als lokale und  nicht als Ferngespräche, was zu niedrigeren Kosten führt.

OTT-Gesellschaften sollen nach diesem Gesetz den Telefongesellschaften ihre Anrufe offenlegen, so das Gesetz. Diese seien dann in der Lage, für Ferngespräche den vollen Preis zu verlangen.

Russischen Telefongesellschaften fehlen durch OTT im Jahr 90 Milliarden Rubel (2,3 Milliarden US-Dollar), das sind 10% des jährlichen Einkommens, so die Business-Website RBC.

Davon abgesehen: Die OTT-Dienste, die durch die Sicherheitsbehörden nicht nachverfolgt werden können, begünstigten angeblich Terroristen, Spammern und Drogendealern, so der Co-Autor des Gesetzes, Jaroslaw Nilow von der nationalpopulistischen LDNR (von Wladimir Schirinowski) am Mittwoch.

Die Lesung des Gesetzes war für diese Woche angesetzt, wurde jedoch auf den Oktober verschoben, um den falschen Eindruck zu zerstreuen, es enthalte eine vollständige Sperre von Skype, sagte Nilow. Die Nachrichtenagentur TASS berichtete darüber.

Die Microsoft-Corporation, der Skype gehört, hatte das Gesetz bis Mittwoch nicht kommentiert.

Einige russische Telefonfirmen nutzen OTT gegenwärtig zur Kostenersparnisgründen für ihre eigenen Ferngespräche, ohne jedoch die Preise für die Kunden zu senken, wie RBC berichtete.

Telefongesellschaften und Staatsbeamte haben schon in der Vergangenheit für Drosselungen von Skype-Gesprächen plädiert, OTT-Dienste als Telefongesellschaften zu lizenzieren, den Webverkehr zu beobachten, um solche Anrufe herauszufiltern, oder die Nutzer dafür extra zahlen zu lassen. Doch bislang wurde kein Gesetz zu diesem Problemkomplex verabschiedet.

 

The Moscow Times

http://www.themoscowtimes.com/news/article/russia-plans-to-partially-ban-skype-again/507730.html

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